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Mitglied im Landesverband
Amateurtheater Baden-Württemberg e.V.

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Chronik

seit 1954

Das Bauerntheater Rötenbach als solches besteht seit 1954 und feiere 2004 das 50-jährige Bestehen. Dass heißt also, man kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Im Laufe der Zeit hat sich das Theater zu einem netten Theatervolk entwickelt und ist ein fester Bestandteil der Dorfgemeinschaft geworden.

Schon vor 1954 gab es viele Anfänge des Theaterspielens. Die eigentlichen Ursprünge des Theaters sind mit der Gründung des Musikvereines im Jahre 1882 verbunden. Schon damals wurden wahrscheinlich Einakter, Zweiakter, Singspiele gespielt oder man deklamierte, das heißt, man trug einen gebundenen Text vor. Die Bühnenverhältnisse waren damals sehr  primitiv, so ließ Käsermeister Rupp um 1913 neue Kulissen malen und eine  Carbidbeleuchtung einbauen.
Durch die Wirren der Zeitgeschichte des 1. und 2. Weltkrieges kam es immer wieder zu Stillständen oder es spielte abwechslungsweise der Musikverein und Kriegerverein. In dieser Zeit führte man Volksstücke, Schwänke und Weihnachtsspiele auf.

Der Goldfisch vom Königsee

1958 “Der Goldfisch vom Königsee”

Nun begann 1954 die eigentliche Geschichte des Bauerntheaters. Musikvorstand Rupp engagierte sich für die Gründung einer Theatergruppe. Im gleichen Jahr baute der damalige Wirt Gebhard Schüle einen neuen Saal mit festem Podium für die Theaterbühne und es begann ein neues Theaterleben mit einer unternehmensfrohen Spielerschar, die den guten Ruf des schon bekannten Theaters weiterführten. Zusätzlich wurden neue Kulissen, Beleuchtung und ein Vorhang angeschafft, dieser Kostenaufwand wurde damals durch eine Haussammlung finanziert.
Unter verschiedenen Regisseuren wurden dann Operetten, Schauspiele mit und ohne Gesang und Weihnachtsspiele aufgeführt. Vielleicht sollte zur Geschichte des Löwensaales noch erwähnt werden, dass in der Zeit von 1946-1950, sogenannte “Landtonfilme” vorgeführt wurden. Noch heute gibt es aus dieser Kinoära die roten Kinosessel unter den Requisiten. Und bei genauerer Betrachtung des Saales, deutet einiges noch darauf hin. Zur damaligen Zeit wurden die Kostüme von einem Verleih ausgeliehen, was eine kostspielige Sache war.

Das sündige Dorf

1977/78 “Das sündige Dorf”

Ab 1966 übernahm Klaus Kesenheimer die Regiearbeit, die bis heute andauert. Es wurden weiterhin Schwänke, Lustspiele, Komödien aufgeführt, da es sich zeigte, dass unser Publikum einfach Unterhaltsames wollte.
1981 feierte man das 25jährige Bestehen im Kreise ehemaliger Spieler, Freunde und Gönner mit dem Stück „So an Kuahandel“. Die Zeit ab 1981 stellt eine Besonderheit dar: Einerseits gab es keine guten neuen Stücke und man musste immer auf die sich wiederholende “Seppelhosen-Romantik” zurückgreifen, andererseits entstand ein grosser Boom an Laientheatern. Deshalb entschied man sich für selbstgeschriebene Stücke mit zeitgerechter Thematik, wie Aussteigertum, Biowelle und Striplokale auf dem Lande, von unserem Hausautor Wolfgang Kynaß.Diese Stücke wurden dann durch Teamarbeit weiterentwickelt und von der Regie in Szene gesetzt.

Ab 1992 ging man dann wieder über zu Schwänken, Komödien und alten Lustspielen, die teils überarbeitet wurden. Den Erfolg und die Beständigkeit dieser langen Zeit bestätigen auch die Besucherzahlen. Vor 1976 gab es immer eine Abendkasse, bei der die Theaterbesucher schon Stunden vor Aufführungsbeginn vor der Türe Schlange stehen mussten, um sich einen Platz zu sichern. Man stopfte regelrecht den Saal voll. Um diesen Andrang besser zu bewältigen, führte man Vorverkaufsstellen ein, die freundlicherweise von Theaterspieler-Familien übernommen wurden. Heute gibt es nur noch eine Vorverkaufsstelle bei der Familie Milz. Sie sorgen für den reibungslosen Ablauf des Verkaufes, denn jeder unserer Theaterbesucher möchte doch in der ersten Reihe sitzen. So ist dieser Job doch manchmal etwas stressig und zeitaufwendig.

Eine weitere Besonderheit stellt unsere Theatermusik dar, die unsere Gäste schon jahrelang in den Pausen unterhält. Und wenn man so manchen Besucher befragt, was ihm am Bauerntheater so gefällt, bekommt man zur Antwort: “Die Saitenwürste in der Pause, der urige Saal und von Herzen einmal Lachen”. Im Laufe der Jahre wurden natürlich neue Kulissen angeschafft, die Beleuchtung verbessert und die Bespannung des Bühnenhimmels erneuert. Ausserdem die Auf- und Abgänge zur Bühne verbessert, s´Kämmerle (Garderobenraum) unter der Bühne vergrössert und vieles mehr. Aber der Löwensaal ist der alte geblieben. Und waren es früher zur Weihnachtszeit 3 Aufführungen, so sind es heute bis zu 13 Aufführungen. Wenn man so zurückschaut gibt es wohl kaum eine Familie des Dorfes, aus der kein Spieler hervorging, wie man an den Namen derer, die im Laufe der Jahre mitspielten, nachlesen kann.

guggenmusik

Guggenmusik bei der Pausenunterhaltung

Tja, zu so einer langen Theatertradition gehört natürlich ein ganz grosses persönliches Engagement der Spieler, des Regisseurs und der „Macher“ im Hintergrund. Natürlich nicht zu vergessen die Freude am Spielen, in Rollen zu schlüpfen, der brausende Applaus des Publikums, die Gemeinschaft der Gruppe, dies alles ist wohl der Antrieb für 50 Jahre Bauerntheater.
Die Theatergruppe ist in den vergangenen 10 Jahren eine beständige und erfolgreiche Truppe mit einer festen Spielerschar von sicheren 10 bis 12 Spielern. Was die Arbeit von Klaus Kesenheimer, die Stückeauswahl, sicherlich etwas eingrenzt, da die meisten Stücke mit 6 bis 8 Akteuren besetzt sind.
Auf Grund seiner feinfühligen Auswahl kann das Bauerntheater mit berechtigtem Stolz sagen, in den letzten Jahren keinen Flop gelandet zu haben. Durch immer wieder neue Rollenverteilung und das Herausformen von Rollentypen befördert Klaus Kesenheimer Neues auf die Bühne, was nicht nur das Publikum, sondern auch die Spieler immer wieder begeistert.
Das Vereinsleben beschränkt sich nicht nur auf die Theatersaison, sondern findet zudem in auswärtigen Gastspielen und den privaten Einladungen zu runden Geburtstagen, Hochzeiten und Firmenjubiläumsabenden seinen Fortgang. Bei diesen Gelegenheiten sind wir sehr bemüht, unsere Beiträge individuell und auf jeden zugeschnitten selbst zu gestalten. Das Thema des Theaterstückes wird, wenn möglich, auch gerne als Motto für den Umzug bei der Dorffasnet verwendet: z.B. 1993 - als „Bonifazle“, 1994 - Misswahl mit Laufsteg usw.

Josef, ziah de aus

1994/95 “Josef, ziah de aus”

Ebenso aktiv nimmt das Theater beim alljährlichen Vereinskegeln mehr oder weniger erfolgreich teil. Von den vorderen bis hinteren Rängen wurde so mancher Platz schon belegt. In den Einzelwertungen waren die Theaterspieler ebenfalls schon erfolgreich. In einem Jahr konnten sogar mehrere Gruppen gestellt werden, weiterhin „gut Holz“.
Zu der meist stressigen, üblichen Theaterzeit sind die Rötenbacher Theaterspieler sehr bemüht, selbst die Zeit zu finden mindestens ein Theater der umliegenden Theaterkollegen zu besuchen, was gerne mit einem Gegenbesuch der Gruppen honoriert wird. Neuanschaffungen und Erneuerungen bleiben auch uns nicht erspart, so werden laufend die elektrischen Gegebenheiten aktualisiert und ausgebessert. Der Deckenbehang auf der Bühne wurde im Laufe des Jahres 2001 mit neuen Stoffbahnen versehen und so etwas freundlicher gestaltet.

Ebenso interessiert ist die Theatergruppe an Information und Fortbildung, so werden Seminare besucht über Vereinsführung, Bühnenbau oder schminken.

In all den Jahren in der es diesen Theaterverein schon gibt, wird er leider auch von der Realität des Lebens eingeholt und plötzlich wird man mit dem Tod eines Theaterkollegen konfrontiert. Jede dieser Personen hinterlässt auf lange Zeit in der Gruppe eine Lücke, die nur noch in der Erinnerung geschlossen werden kann. Jeder der ein stückweit Wegbegleiter sein durfte, sollte sich dessen bewusst sein und dieses als solches auch im Herzen bewahren.
Das Tun und die Tradition im Bauerntheater würde ich gerne in einem Grundsatz festhalten den ich im Protokollbuch Nr. 3 gefunden habe:

letzte Aktualisierung:
28. Oktober 2015

Die Kunst des Bauerntheaters zu hegen und zu pflegen:
Wir wollen gemeinsam mit Herzblut und ganzer Leidenschaft das Publikum - unser Publikum - begeistern, unterhalten und zum Nachdenken anregen. Um so zur Gemeinschaft und Kultur in unserer Gesellschaft beizutragen, so Gott will!

So geschah es vor der Jahrhundertwende, so war es bei unserem offiziellen Beginn des Bauerntheaters 1954 so wird es nun auch nach der Jahrtausendwende sein - hoffentlich

Theaterstücke seit 1954

Theaterspieler seit 1954

S`Herz am rechta Fleck

2000/01 “S´Herz am rechta Fleck”

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